DIE NEUKÖLLNER OPER  
 

Konzept des Neuköllner Oper e.V. ist seit seiner Gründung vor 25 Jahren, Musiktheater der verschiedensten Genres auf die Bühne zu bringen. Der Spielplan reicht von der Barockoper zum Musical, von der Operette zur Soaperette, von der großen Oper zum experimentell-musikalischen Kammertheater, von der Revue zum Kindermusiktheater. Ein Großteil der 10-12 Premieren pro Spielzeit sind eigens für die Neuköllner Oper geschriebene und bearbeitete Stücke. Seien es die Seelenqualen von Liebenden, das Problem einer falsch gesteuerten Ausbildungspolitik oder die vor der Haustür auffindbaren sozialen Konflikte, nichts ist zu heilig oder zu profan, um nicht dem Zuschauer auf originelle und amüsante, intelligent-unterhaltsame und mitunter hemmungslose Art nahe gebracht zu werden.

Gründer Winfried Radeke bezog den ehemaligen Ballsaal in der Karl-Marx-Straße 131-133 Ende der achziger Jahre und etablierte einen regelmäßigen Spielbetrieb der bis dato projektgeförderten Truppe. Mit Peter Lunds Eintritt in das Direktorium und mit der Gründung einer Studiobühne wurde der Spielbetrieb 1996 verdoppelt. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist die Neuköllner Oper dank ihrer hohen Produktivität eine nicht mehr wegzudenkende Anlaufstelle für den künstlerischen Berliner Nachwuchs. Seit 1997 kooperiert die Neuköllner u.a. mit dem Studiengang Musical der Universität der Künste. Sieben Produktionen, davon drei Uraufführungen, sind dabei mittlerweile entstanden. Darüber hinaus führt die Neuköllner Oper in regelmäßigen Abständen den im gesamten deutschsprachigen Raum ausgeschriebenen, von der GASAG Berlin gestifteten „Berliner Opernpreis – Wettbewerb von Neuköllner Oper und GASAG“ durch. Unter der Überschrift „Neuköllner Dramaturgie“ veranstaltete die Neuköllner Oper 2003 eine „Librettowerkstatt“, in der das Ziel des Hauses, mit den Mitteln des Musiktheaters Geschichten zu erzählen, mit über 50 Symposiumsteilnehmern thematisiert und kritisch diskutiert wurde (siehe auch: 15 Fragen an das Musiktheater). Als weitere Möglichkeit für Aufführungen, Matineen und Werkstattgespräche hat die Neuköllner Oper 2003 das Kulturcafé Götterspeise eröffnet.

Viele Uraufführungen der Neuköllner Oper wurden und werden an deutschen Theatern nachgespielt, so die Musicals „Das Wunder von Neukölln“, „Die Krötzkes kommen“ und „Baby Talk“. Vor allem aber die Kinderstücke erfreuen sich großer Beliebtheit, wobei besonders die „Hexe Hillary“ mittlerweile fast zwanzig Mal inszeniert wurde.