„La
Finta Giardinera„ gehört nicht zu den dramaturgisch
schlüssigsten Werken Mozarts. In mancher Szene würde
man sich die ordnende Hand eines da Ponte wünschen,
und das genretypische Motiv des „Wahnsinns„,
der die abstrusen Verwicklungen des 2. Akt-Finales begründet,
sind in ihrer voraufklärerischen Schicksalsergebenheit
heutzutage schwer nachzuvollziehen.
Aber nach anfänglicher Fremdelei wurde gerade diese „Freiheit„ des
Geistes zum zentralen Thema der Inszenierung. Claudia Doderer
schuf einen weißen und dennoch zerstörten Raum,
in dem die Regeln noch nicht, aber vielleicht auch nicht
mehr gelten. Ein winziges Blumenbeet bleibt Sandrina, um
ihre heilenden Kräfte zu entfalten, und während
das Ensemble versucht, die weiße Leere der Bühne
mit manischen Liebesgedichten oder ordnenden Gesetzestexten
voll zu schreiben, weiß Sandrina als einzige, daß man
mit beiden Beinen fest in der Erde stehen muß, um wieder
gesund zu werden.
mit
Iride Martinez, Gabriela Herrera, Brigitte Wohlfahrt, José Medina,
Motti Kaston, Oystein Wiik, Michelle Breedt
„ Peter Lund macht mit wenigen Strichen die Konturen der Personen klar,
Ausstatterin Claudia Doderer
setzt das Regiekonzept konsequent ins Optische um. Das ist
eine ungemein vergnügliche, geistreiche, spritzige Angelegenheit – spielerisch
ebenso wie musikalisch.„
(Göttinger Tageblatt)
„Gleichsam wie auf einem fremden Planeten läßt
Lund vier Männer und drei Frauen zusammenkommen, dies
alles auf dem schmalen Grat zwischen Tragödie und
Komödie, die dieser Aufführung besonderen Reiz
verleiht und die Figuren zu echtem Leben erweckt.„
(Hannoversche Allgemeine)
„Die Figuren sind brillant in das kühl rationierte
Bühnenbild gestaffelt. Hier liegt die Prägnanz
in der Gestik des Augenblicks, dem verschmitzten und abgefeimten
Witz. Lund zeigt sich als Meister der leisen, aber vollendeten
Komposition.„
(Frankfurter Rundschau)
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