10 Mädchen und kein Mann / Die schöne Galathée
von Franz von Suppé
 

„Die schöne Galathée„ gehört zu Suppés bekanntesten Werken. Fast völlig unbekannt hingegen ist seine Operette „10 Mädchen und kein Mann„. Zu unrecht. Nach anfänglichem Schrecken über das harmlose Textbuch wurde während der Proben immer deutlicher, welch ein theatertaugliches Kleinod Suppé mit der Geschichte eines überforderten Vaters, der verzweifelt versucht, seine 10 Töchter an den Mann zu bringen, um am Ende eine 11. Tochter nebst wiedergefundenem Sohn dazu zu bekommen, geschrieben hat. Über die Entstehung des Werkes ist wenig bekannt, aber man kann sich gut vorstellen, wie sehr dieses Werk für ein bestehendes, wohl eher frauenlastiges Ensemble erfunden wurde - mit zumindest drei Damen, die scheinbar wunderbar Xylophon spielen konnten. So entsteht ein vaudevilleartiger Bilderbogen von weiblichen theatralischen Überspanntheiten, der dem Publikum ebenso viel Spaß machte wie dem Ensemble beim Proben. Gipfelpunkt des Werkes ist dann auch ein Duett, in dem Suppé einen veritablen Lachanfall der Darsteller vertont hat. Improvisiertes Theater vom Feinsten und eine Lektion, wie leicht Operette genommen werden muß, um ihren anarchisitischen Zauber zu entfalten.

Die erste Zusammenarbeit mit Ausstatterin Claudia Doderer war der eindeutige Beweis, daß Operette ganz wunderbar ohne roten Samt und Palmenkübel auskommt.

mit Regina Klepper, Christoph Späth, Jürgen Schrödel, Irmelin Goedecke, u.a.

„Wirkungssicher ist das aber nur, wenn man die dünnblütige Story gehörig aufpeppt. Peter Lund bietet, und das nicht ohne Reiz, Operette mit Ironie und Slapstick, aber frei von Plüsch und Tüll.„
(Hannoversche Allgemeine)

 
 
 

 

 

R: Peter Lund
ML: Martin Lichtfuss
BB+BK: Claudia Doderer


Premiere
12. Februar 1994
Staatstheater Braunschweig