„Die
schöne Galathée„ gehört zu Suppés
bekanntesten Werken. Fast völlig unbekannt hingegen
ist seine Operette „10 Mädchen und kein Mann„.
Zu unrecht. Nach anfänglichem Schrecken über das
harmlose Textbuch wurde während der Proben immer deutlicher,
welch ein theatertaugliches Kleinod Suppé mit der
Geschichte eines überforderten Vaters, der verzweifelt
versucht, seine 10 Töchter an den Mann zu bringen, um
am Ende eine 11. Tochter nebst wiedergefundenem Sohn dazu
zu bekommen, geschrieben hat. Über die Entstehung des
Werkes ist wenig bekannt, aber man kann sich gut vorstellen,
wie sehr dieses Werk für ein bestehendes, wohl eher
frauenlastiges Ensemble erfunden wurde - mit zumindest drei
Damen, die scheinbar wunderbar Xylophon spielen konnten.
So entsteht ein vaudevilleartiger Bilderbogen von weiblichen
theatralischen Überspanntheiten, der dem Publikum ebenso
viel Spaß machte wie dem Ensemble beim Proben. Gipfelpunkt
des Werkes ist dann auch ein Duett, in dem Suppé einen
veritablen Lachanfall der Darsteller vertont hat. Improvisiertes
Theater vom Feinsten und eine Lektion, wie leicht Operette
genommen werden muß, um ihren anarchisitischen Zauber
zu entfalten.
Die erste Zusammenarbeit mit Ausstatterin Claudia Doderer
war der eindeutige Beweis, daß Operette ganz wunderbar
ohne roten Samt und Palmenkübel auskommt.
mit
Regina Klepper, Christoph Späth, Jürgen Schrödel,
Irmelin Goedecke, u.a.
„Wirkungssicher ist das aber nur, wenn man die dünnblütige
Story gehörig aufpeppt. Peter Lund bietet, und das nicht
ohne Reiz, Operette mit Ironie und Slapstick, aber frei von
Plüsch und Tüll.„
(Hannoversche Allgemeine) |