Wir pfeifen auf den Gurkenkönig
 

Bei Familie Hogelmann hängt der Haussegen schief. Und das nicht erst, seit eines Tages auf dem Küchentisch eine große grüne Gurke mit Krone auf dem Kopf sitzt, die behauptet, Kumi-Ori der Erste zu sein und um politisches Asyl bittet, weil ihn seine Untertanen aus dem Kartoffelkeller gejagt haben.

Eigentlich sind die Hogelmanns eine ganz normale Familie. Aber ist es normal, wenn Papa alles bestimmt und Mama Angst hat, Papa zu erzählen, wie teuer die neue Waschmaschine war? Und wenn Wolfgang sich seit sechs Wochen nicht traut, eine fünf in Mathe zu beichten und deswegen mittlerweile 64 Seiten Strafarbeit schreiben muß?

Christine Nöstlinger hat in ihrem preisgekrönten Kinderbuch sehr klug und genau so urkomisch die monarchistischen Strukturen einer Kleinfamilie aufgespürt. Und wenn Papa und Gurkenkönig erst gemeinsam das Ehebett teilen und davon träumen, die kleine Einfamilienwelt zu beherrschen, könnte einem richtig Angst und Bange werden um die angebliche Keimzelle des Staates - wenn man nicht so viel lachen müßte.

Die Vierte Produktion der „Comp&Co„ und die erste „richtige„ Uraufführung war im Hebbeltheater ein voller Erfolg und dies nicht zuletzt wegen der lustvollen „Jungschauspieler„, die der dreiköpfigen Kinderhorde Hogelmann großartig natürliches Format verliehen. Eine Einladung in das Foyer der Deutschen Oper war die Belohnung für dieses aus eigener Kraft gestemmte Privatunternehmen.

mit: Claus Endisch, Sabine Schwarzlose, Günter Rüdiger, Erich Heiden, Carsten Meyer, Sabine Schmidt, Florian Richter, Kai Müller u.a.

„schätzens- und hörenswerte Beihilfe bei der Reparatur des lädierten Familienlebens leisten die griffige Musik von Danny Ashkenasi und Lunds saloppe Songverse, die den Stand der Dinge jeweils mit Witz auf den Punkt bringen.„
Tagesspiegel

„Texte und Regie von Peter Lund und die Musik von Danny Ashkenasi sorgen dafür, daß die Geschichte immer spannend blieb, sorgten für die Rechte Mischung von fröhlicher Ausgelassenheit und Traurigkeit... Eine verdient umjubelte Premiere.„
Berliner Morgenpost

 
 
 

von Danny Ashkenasi
und Peter Lund

 

R: Peter Lund
ML: Karin Coper
BB: Cornelia Schmidt-Bleek
BK: Alexandra Pitz

Uraufführung
28. Januar 1990
Hebbeltheater, Berlin