Die Blume von Hawaii
Operette von Paul Abraham
 

„Die Blume von Hawaii“ gilt als die klassische Revueoperette schlechthin - Schlager reiht sich an Schlager, exotisch wellt der Pazifik im Hintergrund, Hollywoodstar und Nachtclubdiva geben sich die Klinke in die Hand, und im dritten Akt treffen sich alle Beteiligten in einem Nachtclub in Monte Carlo. Was will man mehr?
Das Publikum der Uraufführung war jedenfalls begeistert - und die „Blume“ wurde auf Schlag ein Sensationserfolg, Und das ist vielleicht verständlich im Jahre 1930, als es der Wirtschaft so schlecht und den Traumfabriken so gut ging. So frech eskapistisch hat sich wohl noch kaum ein Stück gegeben - und wenn schon dem Alltag den Abschiedskuß geben, dann richtig.

Die neue Textfassung von Peter Lund bedient sich eines dramaturgischen Kniffs:  Ehepaar Konopke sitzt im Kino und streitet sich darüber, ob man lieber einen Liebesfilm oder einen Krimi sehen möchte. Plötzlich taucht ein dubioser Herr namens Buffy auf und stellt sich als Publikumsgeschmack mit dem Wunsch vor, beiden Parteien zu ihrem Recht zu verhelfen. Und ehe sie sich versehen, stecken Bessy und Harald mitten im Film der „Blume von Hawaii“, und Buffy hat alle Hände voll zu tun, Bessy eine Romanze mit einem Hawaiianischen Prinzen und Harald einen handfesten Thriller zu liefern. Daß Filmstar Susan Provence dabei auch noch ein Wörtchen mitzureden hat, macht die Sache nicht einfacher, aber immerhin entwickelt die abstruse Handlung der „ Blume“ endlich eine innere Logik, die so nur die Dreharbeiten zu einem großen Ufa- Film erfinden können.

mit: Alina Lieske, Silvia Bitschkowski, Christian Schodos, Hendrik Eckdahl, Robin Gooch, u.a. 

„Peter Lund ist mit der ‘Blume von Hawaii’ der Schritt zur Perfektion geglückt. Den Film kann die Operette niemals übertreffen, aber sie kann ihn ironisch reflektieren. ‘Die Blume’ ist derzeit das Hauptvergnügen in Berlin, wie es vor zwei Jahren ‘Das weiße Rößl’ war. Hier wie da war die Operettenmusik nicht verraten, sondern durch die Modernisierung erst wirklich gerettet.“
OPERNWELT  

 
 
 

Textfassung von Peter Lund

 

R: Peter Lund
MB:Winfried Radeke
ML:Hans-Peter Kirchberg
BB:Ulrike Reinhard

K: Daniela Thomas
Ch:Nicola Wendt
 

Premiere
am 14. November 1996
Neuköllner Oper